24.5.: Lesung “Mischpoke”

20.5.2018

Marcia Zuckermann liest aus ihrem Roman “Mischpoke”. Tania Alon singt jiddische Frauen- und Widerstandslieder.

Samuel Kohanim, Oberhaupt einer der ältesten jüdischen Familien in Westpreußen, ist durchschnittliches Unglück gewöhnt. Seine Frau Mindel, schroff und wortkarg von Natur, gebar ihm sieben Mädchen. Die “sieben biblischen Plagen”, wie die Kohanim-Töchter im Dorf genannt werden, strapazieren die väterliche Geduld: Selma, die mit ihrem religiösen Spleen alle meschugge macht, Martha, die laufend haarsträubende Lügengeschichten erfindet, Fanny, die nicht unter die Haube zu bringen ist, der Wildfang Elli, Jenny, Flora – und Franziska, “die Katastrophe auf Abruf”, bildschön, stolz und eigenwillig.
Nach dem 1. Weltkrieg sucht die Familie Zuflucht in Berlin. Während Martha in gehobene Berliner Kreise einheiratet und ihr Mann Leopold zum Christentum konvertiert, lässt sich Franziska mit dem ebenso charismatischen wie unzuverlässigen Willy Rubin ein und wohnt fortan im “roten Wedding”. Auch die protestantische Oda, deutsch-russische Adlige wider Willen und Freundin der Familie, hat es in die Hauptstadt verschlagen. Im Laufe der Jahre verbindet sich ihr Schicksal endgültig mit jenem der Familie Kohanim, deren Stammbaum die unterschiedlichsten Triebe ausbildet, jüdische wie nicht-jüdische, nationalistische wie kommunistische.

Marcia Zuckermann wurde 1947 in Ost-Berlin geboren. Ihr jüdischer Vater überlebte den Holocaust als politischer Gefangener im KZ Buchenwald, ihre protestantische Mutter war als Kommunistin im Widerstand aktiv. 1958 musste die Familie die DDR als Dissidenten verlassen.
Tania Alon ist eine jüdische Sängerin, die in Berlin geboren ist und auch hier lebt. Sie interpretiert jiddische und hebräische Lieder.

24. Mai 2018
20.30 Uhr
Buchhändlerkeller
Carmerstr. 1 am Steinplatz
Eintritt 5 EUR